Ausstellung 25 Jahre Jüdisches Museum Franken

Fränkische Medine

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Jüdischen Museums Franken in Schnaittach startet das Museum mit der Schau „Aus der Welt der fränkischen Medine“ eine neue Ausstellungsreihe. Mit einem wiederentdeckten Kleinod aus Ottensoos beginnt die Reihe im März.

In der neuen Reihe werden in regelmäßigen Abständen noch nie gezeigte Objekte aus der Museumssammlung der Öffentlichkeit präsentiert. Das neue Format gibt Einblicke in die Geschichte und das Alltagsleben der Jüdischen Gemeinden von Ottensoos, Schnaittach, Forth und Hüttenbach, die einst einen Rabbinatsdistrikt bildeten.

Im Mittelpunkt der ersten Kabinett-Ausstellung steht die Familie Prager und ein Tora-Vorhang aus violett-rotem Samt, den das Ehepaar Heinrich und Helene Prager 1884 für die Ottensooser Synagoge stiftete. Die Pragers gehörten zu den alteingesessenen jüdischen Familie in Ottensoos, die sich bereits im 16. Jahrhundert dort niederließen.

Heinrich und Helene Pragers Tora-Vorhang steht exemplarisch für die jüdische Tradition, die Tora (fünf Bücher Mose) und das Studium der Tora zu achten und zu ehren. Während Synagogenbauten aufgrund restriktiver Vorgaben nach außen hin schlicht erscheinen mussten, erlebten die in der Synagoge genutzten Kultgeräte eine Aufwertung. Stiftungen, wie der Toravorhang der Pragers, wurden in Inschriften auf den Kultgeräten selbst, wie auch in den dort geführten Memorbüchern verzeichnet. Sie wurden wichtige Träger des lokalen jüdischen Selbstverständnisses, in denen sich die Liebe zum jüdischen Brauchtum auf dem Lande bis heute widerspiegelt.

Der Tora-Vorhang konnte 2016 mit Unterstützung des Vereins zur Förderung des Jüdischen Museums e.V. für die Sammlung erworben werden.

 

Laufzeit: ab So, den 14.3. bis März 2022

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Franken in Schnaittach (Museumsgasse 12-16)

Öffnungszeiten: So, 12-17 Uhr, nach vorheriger Anmeldung: schnaittach@juedisches-museum.org)

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