Großes Interesse am schnellen Internet

In einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Montag, den 07.Oktober, konnte Bürgermeister Frank Pitterlein den aktuellen Sachstand für den Breitbandausbau vorstellen. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung in den Badsaal, um den Kurzvortrag des Bürgermeisters und die Vorstellung der neuen Lose 3 A und B und den Sachstand es Ausbaus im Los 2 anzuhören. Anwesend war auch einer der Anbieter, welcher im Gemeindegebiet ausbauen wird.

Info-Veranstaltung Breitbandausbau 07.10.2019Bisping & Bisping GmbH & Co. KG

Bildquelle: Bisping & Bisping GmbH & Co. KG

Grundlagen der Förderung und bisherige Schritte

Zuerst führte erster Bürgermeister Pitterlein kurz die Förderkulissen an: So bedient sich der Markt Schnaittach aktuell aus dem bayerischen Förderprogramm inklusive des sogenannten „Höfebonus“ – dieser ist erhältlich, wenn man das bayerische Programm zu einem gewissen Prozentsatz ausgeschöpft hat und weiteren Ausbau anmelden kann. Im Höfebonus steigt die Förderung von 70% auf 80% und es müssen 80% der Haushalte gleich mit Glasfaser ins Haus (FTTH-Stand) erschlossen werden. Der beantragte und bereits bewilligte Zuschuss der Bundesfördermittel liegt derzeit noch auf Eis, da die bayerische Förderung zuerst begonnen und daher zuerst abgearbeitet wurde. Mit dem bereits abgeschlossenen Los I (Hedersdorf bis Hormersdorf), dem kurz vor Abschluss stehenden Los 2 West (gefördertes Gebiet westlich Autobahn) und den vorgestellten Losen 3 A und B sind die aus den momentanen bayerischen Förderprogrammen abrufbaren Mittel nahezu komplett ausgeschöpft. Los 3 A sind Fördermittelreste aus dem 1. bayerische Förderprogramm und Los 3 B ist der Höfebonus.

Ausbau schon seit 2014 Gemeindeziel – bis 2020 rund 2.45 Millionen Euro verbaut

Der Breitbandausbau begann nach Beschluss 2014 zur Erstellung eines Masterplans und dann mit den Beratungen zu den einzelnen Vorgaben. Wichtig war hier dass der Markt Schnaittach als Flächenkommune erst die extrem schlecht mit Internet versorgten Ortsteile bedient. Dieses Konzept wurde so weiter entwickelt – erst Ortsteile aus der „nahezu unerschlossenen Internet-Steinzeit zu holen“. Die Länge der Verfahren ist den Prüfungsschritten beim Breitbandzentrum und vor allem der Förderstelle u.a. in Ansbach zuzuschreiben. Dies ist aber auch wichtig, da Steuergelder im Rahmen der Förderung verwendet werden. Insgesamt hat der Markt Schnaittach nun Eigenmittel für den geförderten Ausbau von knapp rund 770.000.-Euro und für Materialeinkauf knapp 30.000.-Euro verwendet. Die Kosten für Mit-Verlegungen von Leerrohren bei Kanal -und Straßenbau beliefen sich aktuell auf 159.000.- Euro. So kommt der Markt Schnaittach auf einen Eigenanteil von über 950.000.-Euro in den letzten Jahren. Als Fördermittel wurden fast 1,5 Millionen Euro verbaut, so dass insgesamt fast 2,45 Millionen Euro im Gemeindegebiet bis Ende 2020 verbaut sein werden.

Die aktuellen Ausbaugebiete

Die Informationen in der Bürgerversammlung betrafen das Los 2 West: Hier werden die Ortsteile westlich der Autobahn ausgebaut. Die Telekom erhielt den Zuschlag mit der Ausschreibung in 2017 und ist hier ausführendes Telekommunikationsunternehmen. Der Anschluss bzw. Ausbau wird voraussichtlich bis Ende Oktober 2019 abgeschlossen. Der genaue Termin wurde im Marärz 2ß019 mit dem 30.10.2019 gebannt – eine Änderung des Termins ist nicht bekannt. Sollten Änderung oder eine Verzögerung eintreten, wird dies auf der Homepage veröffentlicht.

Das zweite Ausbaugebiet betrifft das Los 3 A und B: Hier werden die Ortsteile Siegersdorf, Enzenreuth, Rabenshof und Teile des Kernortes westlich der Staatsstraße 22 41 ausgebaut. Den Zuschlag für den Ausbau dieser beiden Lose hat das Unternehmen Bisping und Bisping aus Lauf erhalten, welche mit einem fünfköpfigem Team vor Ort war. Von Bisping und Bisping wurde der Ausbau und die Technik im Detail vorgestellt. Der Ausbau wird aktuell geplant und im Frühjahr direkt nach Frostende beginnen. Er soll nach 12 Monaten abgeschlossen sein. In den Fördergebieten ist für Internetnutzer für das schnelle Internet der Wechsel zu einem der das Los gewinnenden Telekommunikationsunternehmen für schnelles Internet notwendig aber nicht zwingend. Dieser Wechsel bringt dafür die Möglichkeit auf schnelles Internet. Die Raten in allen Ausbaugebieten sind in der Regel mindestens 30 MB Download.

Laipersdorf und Kirchröttenbach warten noch auf Lösung

Auch den Bürgerinnen und Bürgern aus Kirchröttenbach und vor allem aus Laipersdorf, welche unter den aktuell schlechten Anbindungen leiden konnten erste Antworten gegeben werden. Die Förderkulisse gab bei Beschluss 2017 keine Fördermöglichkeit her – so dass hier kein geförderter Ausbau geplant werden konnte. Daher hat der Markt Schnaittach auf eigene Kosten eine Mitverlegung von Leerrohren für rund 98.000.-Euro von Schnaittach bis nach Germersberg beauftragt. Damit könnte zeitnah eine Erschließung Richtung Kirchröttenbach möglich werden. Hier laufen aktuell Gespräche mit den Telekommunikationsunternehmen, die hier die Versorgung verbessern können. „Gerade Laipersdorf,“ so die die Zusage des Bürgermeisters, „wird ohne einen eigenen Schaltkasten im Ortsteil keine Verbesserung erreichen. Dies muss zügig angepackt werden, da hier nicht nur Internet, sondern auch die Telefon-Leistung laut der anwesenden Bürger manchmal eingeschränkt ist“. Der Bürgermeister konnte hierzu und zu den letzten „weißen Flecken im Kernort“ noch keinen genauen Zeitplan nennen, ist aber dran Lösungen so schnell wie möglich zu verhandeln.

Nach einer ausgiebigen Fragerunde in der kleinere Themen noch im direkten Austausch mit den Mitarbeitern von Bisping und Bisping durchgeführt konnten, wurde die Bürgerversammlung gegen 21h beendet.

Frank Pitterlein

Erster Bürgermeister

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