Kritischer Blick auf Corona-Auflagen an Schulen

Schutzmasken

Am vergangenen Dienstag trafen sich zwei Mütter der landkreisweiten Initiative „Kinderlachen“, welche sich Anfang September gegründet hatte, mit Bürgermeister Frank Pitterlein. Es ging darum die Situation der Schulkinder in Corona-Zeiten zu besprechen.

 

Zwar besuchen die meisten wieder Kita und Schulen, jedoch werden den Schülerinnen und Schülern teilweise Maßnahmen auferlegt, die durchaus von „Kinderlachen“ kritisch hinterfragt werden. Zudem sind insbesondere Schnaittacher Kinder, die in Lauf weiterführende Schulen besuchen, von der Problematik durch überfüllte Schülerzüge und Busse betroffen. Abstandhalten ist dort schier unmöglich.

Im Dialog wurden einige unterschiedliche Meinungen deutlich, aber es gibt auch Punkte, deren Hinterfragung der Bürgermeister unterstützte und eine mögliche Erleichterung für sinnvoll erachte. Dazu zählt unter anderem eine Abschaffung oder Lockerung der Maskenpflicht im Pausenhof. Die Abschaffung ist ein Mindestziel der Initiatoren, denn im Freien ist die Gefahr einer Übertragung von Infektionen grundsätzlich gering. Außerdem spielen Kinder bei der Verbreitung des Virus SARS-COV2, wie man mittlerweile durch mehrere Studien weiß, eine untergeordnete Rolle. So könnte man den Schülern den Schulalltag wenigstens etwas erleichtern.

 

Der CSU-Politiker Pitterlein, selbst Vater zweier schulpflichtiger Kinder, appelliert in diesem Zusammenhang auch an die Verantwortlichen, zumindest an den Schulen keine Überbietungswettbewerbe bei der Umsetzung der Rahmenhygienepläne zu liefern. In den Schulen seiner Zuständigkeit hat er dies sofort erfragt und möchte, wo es möglich und sinnvoll ist, Lockerungen ansprechen. „Hysterie und Angstmache sind falsch! Aber auch unvernünftige Lockerungsforderungen dienen uns in der Lage nicht – die Maßnahmen müssen sinnvoll, verständlich und abhängig von der aktuellen Gefährdungslage angewandt werden. Wir müssen darauf achten, dass die Situation – auch gerade aktuell im Nürnberger Land – sehr dynamisch ist.“ meint Bürgermeister Pitterlein.

 

Manche Schulkinder berichten z.B. davon, dass im Unterricht ständig die Fenster offen sind; ein Stoßlüften wie im Hygieneplan vorgesehen, würde aber reichen. „Dadurch erreicht man das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen möchte: die Schüler werden krank“, so Petra Rupp. Hierbei konnte Bürgermeister Pitterlein in Nachgang des Gesprächs bereits erste Fragen mit den Rektorinnen klären, so werden in der Mittelschule Schnaittach nur bei geeigneter Witterung die Fenster offengelassen. Im Winter werde man natürlich nur mit Stoßlüften agieren. In der Grundschule Schnaittach wird nach Rückmeldung der Schulleitung auch nur stoßgelüftet. Da man in der Pause den gesamten Pausenhof nutzen möchte und die Kinder nicht in Bereiche „einteilen möchte“ sind hier die Masken, wenn nicht gegessen oder getrunken wird, aktuell durch Weisung des Kultusministeriums Pflicht.

 

Bzgl. der überfüllten Bahnen und Busse kam die Idee auf, den Schulbeginn für ältere Schülerinnen und Schüler (etwa ab der 8. Klasse) um eine Schulstunde nach hinten zu verschieben. So könnten zum einen die Schülerströme in den Schulen entzerrt, als auch der öffentliche Nahverkehr entlastet werden. Zudem käme ein späterer Schulstart dem natürlichen Tag- und Nachtrhythmus älterer Schüler entgegen. Ggf. müsste der Fahrplan zumindest einiger Zubringerbusse entsprechend angepasst werden. Der Schnaittacher Bürgermeister, der auch im Kreistag sitzt, möchte versuchen, dies kreisweit ins Gespräch zu bringen. Er setze im engen Nahverkehr eher auf einen „Maskenstandard“ z.B. mit den 3-lagigen Einmalmasken mit Gummizug – denn hier sind die eigentlichen großen Risikopunkte für Ansteckungen – egal ob mit Grippe oder Corona. „

 

Der „aufgeteilte“ oder getaktete Schulbeginn muss auf Durchführbarkeit und Sinnhaftigkeit überprüft werden – es nutzt nichts, wenn dann zwar später die Schule beginnt, aber die pendelnden Schüler trotzdem schon zur ersten Schulstunde in der Schule auf ihren Unterricht warten“, so Frank Pitterlein. Den Maskenstandard sieht die Elterninitiative kritisch; sie plädiert für die nachhaltigere Lösung des späteren Schulbeginns.

 

Abschließend hielt man fest, dass die Maßnahmen in den Schulen grundsätzlich verhältnismäßig sein müssen. Susanne Förster ergänzt dazu: "Wir sind mit unserer Meinung nicht allein. Wir betrachten die Auflagen kritisch und wollen kindgerechte Lösungen erreichen. Zu lange schon wurden Kinderrechte in der Krise missachtet."

 

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